Was sind Nonvaleurs?

Siemens & Halske Aktie von 1919
Siemens & Halske, Berlin Aktie über 1000 Mark von 1919. Herrliche Gestaltung von Ludwig Sütterlin (1865-1917), signiert in der Platte, bedeutender Gebrauchsgrafiker, Kunstgewerbler und Schriftsteller (Sütterlin-Schrift). Mit gedruckter Unterschrift von Werner Siemens.

Historische Wertpapiere, auch Non Valeurs (= kein Wert) genannt, sind Papiere, die in ihrer Vergangenheit Mitgliedschafts- oder Förderungsrechte verbrieften. Diese Rechte konnten, je nach Wertpapierart, an oder gegen Unternehmen, Gewerkschaften, Staaten, Ländern oder Kommunen, ja sogar Vereinen bestehen. Wertpapiere sind beispielsweise Anteilscheine, Genußscheine, Schuldverschreibungen, Kuxe, Obligationen oder Interimsscheine. Die Aktien stellen den Löwenanteil der unterschiedlichen Arten dar.

Heutzutage allerdings sind in den meisten Fällen die Ansprüche aus jenen Anteilen oder Beteiligungen gegenstandslos, denn die Papiere haben ihre Gültigkeit und damit jegliche Forderungen des jeweiligen Besitzers oder Inhabers auf Dividenden und Zinszahlungen verloren. Warum die Gültigkeit verloren ging, erfahren Sie etwas später (hier).

Wirre Zeiten sorgten dafür, daß so manches Wertpapier bis zu seinem Aus viel Abenteuerliches miterleben mußte und sein Besitzer natürlich auch, der oft genug um sein mühsam erspartes Geld bangte und möglicherweise mehrmals am Rande eines Herzanfalles entlang jonglierte. Obwohl der effektive Wert am aktuellen Finanzmarkt durch die Ungültigkeit verloren ging, ist das Historische Wertpapier am Sammlermarkt zu neuen Ehren gekommen.

Nicht selten ist der Sammlerwert eines Papiers höher, als in den Glanzzeiten seiner „aktiven“ Phase. Gigantische Summen sind oft für ein einziges Stück gezahlt worden. Der Markt und die Liebe zum Sammeln haben dieses Phänomen erst möglich gemacht.

Aber keine Angst: wie Sie beim Blättern durch den SUPPES-Katalog feststellen werden, sind die Sammlerstücke größtenteils durchaus erschwinglich.

Siehe auch meine Internetseite www.gutowski.de.