71. Auktion am 27.4.2020

Ankündigung

Meine 71. Auktion Historischer Wertpapiere findet am 27. April in Wolfenbüttel statt. Hervorheben möchte ich USA-Eisenbahnpapiere, die aus mehreren Sammlungsauflösungen stammen, dabei etliche Raritäten, auch Unikate.

Nachfolgend stelle ich einige Highligts aus dieser Auktion vor:

British Municipal Council Tientsin

Los Nr. 4
Schätzpreis: 2.700,00 EUR
Startpreis: 450,00 EUR
British Municipal Council Tientsin
6,5 % Debenture über 100 $ Tientsin Currency
Tientsin, 1.7.1932
(9 Stücke)
Tientsin (heute Tianjin) ist eine wichtige Hafenstadt in der VR China, hat heute fast 15 Mio. Einwohner und ist eine der lediglich vier direkt der Zentralregierung in Peking unterstellten chinesischen Städte; sie grenzt unmittelbar an die ebenfalls regierungsunmittelbare Stadt Peking. Nach der Niederlage Chinas im Zweiten Opiumkrieg 1859/60 erzwangen die Engländer in der „Pekinger Konvention“ umfangreiche Gebietsabtretungen, u.a. ein Konzessionsgebiet im Südosten von Tientsin (Frankreich folgte). Das British Municipal Council war die gewählte Vertretung der Grundbesitzer in dieser englischen Niederlassung und praktisch die Regierung dieses wichtigsten Siedlungsteils von Tientsin. Das Council entschied über die Höhe von Steuern und Abgaben, den Haushalt und die Durchführung öffentlicher Vorhaben. Alle Beschlüsse bedurften allerdings der Zustimmung des britischen Konsuls. Als „Shanghai des Nordens“ wurde Tientsin dann das wichtigste Handelszentrum für Nordchina. In Folge dieses Aufstiegs erzwangen 1895/1900 weitere Kolonialmächte (Russland, Japan, das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn, Belgien und Italien) teils mit diplomatischem, teils mit militärischem Druck die Einrichtung eigener Konzessionsgebiete an den Ufern des Hai He, die im jeweiligen nationalen Architekturstil bebaut wurden, ebenfalls ihre eigene Verwaltung hatten und de jure teilweise bis 1943 existierten. General Purposes Loan von 1932 über 350.000 $. Hochwertiger Stahlstich von Waterlow & Sons, Wappenschild mit Segelschiff „Comitas inter gentes“ flankiert von einem Briten und einem Chinesen, darüber ein Kamel. Originalunterschriften von Chairman und Secretary des Council. Maße jeweils: 38,5 x 25,5 cm. Mit anhängenden restlichen Kupons ab 1941, keine Entwertung. Die Stücke stammen aus dem Nachlaß eines Deutschen, der 50 Jahre lang in China lebte.

Club Concordia in Tientsin

Los Nr. 5
Schätzpreis: 3.800,00 EUR
Startpreis: 500,00 EUR
Club Concordia in Tientsin
6 % Schuldverschreibung über 100 $ Tientsin Währung
Tientsin, 22.5.1935  
(19 Stücke)
Auflage 1.200. Der 1907 gegründete Club Concordia, genannt “Tianjin German Club”, war zu Beginn des 20. Jahrhunderts das politische, soziale und kulturelle Zentrum deutscher Politiker und Diasporas in Tientsin. Die hier angebotenen Anleihen dienten der Finanzierung des Clubhauses in Tientsin in der W. Wilson Street 51/53. Deutschsprachiges Dokument, mit Originalunterschriften. Alle Stücke eingetragen auf Herrn G. Philipp in Peking. Maße: 35 x 25 cm. Die Stücke stammen aus dem Nachlaß eines Deutschen, der 50 Jahre lang in China lebte.

Deutsch-Asiatische Bank Aktie 1.000 Shanghai-Taels, Nr. 2215 Shanghai, 31.1.1900

Los Nr. 6
Schätzpreis: 1.200,00 EUR
Startpreis: 500,00 EUR
Deutsch-Asiatische Bank
Aktie über  1.000 Shanghai-Taels, Nr. 2215
Shanghai, 31.1.1900
Gründeremission, Auflage 5.000. Gründung 1889 zum Betrieb von Bankgeschäften und Förderung des Handelsverkehrs zwischen Deutschland und Asien. Gründer waren u.a. die Kgl. Seehandlung (Preußische Staatsbank), Disconto-Gesellschaft, Deutsche Bank, Berliner Handels-Gesellschaft, M.A. von Rothschild & Söhne, Bayerische Hypotheken- und Wechselbank. 1906 erhielt die Bank das Recht zur Ausgabe von Banknoten im Schutzgebiet Kiautschou und in China. Niederlassungen in Shanghai, Tientsin, Kalkutta, Berlin, Hankow, Tsingtau, Hongkong, Yokohama, Kobe, Singapur, Hamburg und Kanton. Die Aktien waren an allen großen deutschen Börsen notiert, wobei der Umrechnungs-Kurs des Shanghai-Tael zur Mark zum Zwecke des Börsenhandels mit 2,50 festgesetzt war, Großaktionär war die Deutsche Bank. 1953 nahm die Deutsch-Asiatische Bank die Aktivitäten in Hamburg wieder auf, unter Federführung der Deutschen Bank. Zusammen mit Partnerbanken der EBIC-Gruppe wurde anschließend die “Europäisch-Asiatische Bank” gegründet, in die die Deutsch-Asiatische Bank aufging. Später wurde diese Neugründung in “European Asian Bank” umbenannt. Nachdem die meisten Partnerbanken sich aus der European Asian Bank zurückgezogen hatten, wurde diese 1986 in “Deutsche Bank (Asia)” umbenannt, bevor sie 1987/88 zusammen mit ihren 14 Branchen mit der Deutschen Bank verschmolzen wurde. Sehr dekoratives, großformatiges Stück. Maße: 31,2 x 38 cm. Drei Randverletzungen fachmännisch restauriert (die Randeinrisse der vertikalen Knickfalte + Einriss am oberen Rand links). Mit beiliegendem restlichen Kuponbogen, datiert 1929. Überdurchschnittlich gut erhaltenes Exemplar!

Bergbau-AG Medio-Rhein, Aktie von 1858

Los Nr. 73
Schätzpreis: 2.500,00 EUR
Startpreis: 400,00 EUR
Bergbau-AG Medio-Rhein
Aktie über 100 Thaler, Nr. 4977
Duisburg, 1.2.1858
Gründeraktie, Auflage 5.000 (R 8). Eines der ersten linksrheinischen Unternehmen der Haniels. Mit dem Abteufen des Schachtes wurde bereits 1856 begonnen. Schon in 15 m Tiefe traten starke Wasserzuflüsse auf und 1858 wurden die Arbeiten wegen Einsinken des Schachtes aufgrund von Wasser und Fließsand eingestellt. Wegen Geldmangels musste der Betrieb 1859 noch vor Erreichen des Karbon vorübergehend stillgelegt werden. 1931/32 gingen die Gerechtsame an Diergardt-Mevissen (Konzern Stinnes-VEBA). Nachdem die Gewerkschaft Diergardt-Mevissen V den restlichen Felderbesitz der in Liquidation befindlichen Bergbau-AG Medio-Rhein erworben hatte, wurden alle ihre Felder unter dem namen Konsolidierte Medio-Rhein vereinigt. Originalunterschriften. Großformatig und außergewöhnlich dekorativ. Ihre besondere Bedeutung erhält die Aktie dadurch, dass sie vom “Wunderkind der Romantik” Theodor Mintrop gestaltet wurde. Mintrop, geboren am 14.4.1814 in Essen-Werden als Sohn eines Bauern, machte während der Militärdienstzeit erste Bekanntschaft mit Werken der Literatur und Kunst. Ein Stipendium ermöglichte ihm das Studium an der Königlichen Kunstakademie in Düsseldorf, deren Direktor Friedrich Wilhelm von Schadow ihn besonders förderte. Mintrops Werke, im wesentlichen Darstellungen religiöser und ländlicher Motive, waren seinerzeit hochgeschätzt. Er war Mitbegründer des “Düsseldorfer Malkasten”. Eingetragen auf O. Duvigneau. Otto Duvigneau (1828-1899), war ein Unternehmer und Kommnalpoltiker in Magdeburg, 1866 Gründer des National-Liberalen-Vereins zu Magdeburg, 1898 zum Ehrenbürger der Stadt Magdeburg ernannt. Maße: 35,5 x 46,4 cm. Knickfalten, die Aktiennummer hinterklebt (was nicht als wertmindernd anzusehen ist), insgesamt eine sehr schöne Sammlerqualität. Kunst auf Aktien!

Hanseatische Land-, Minen- und Handelsgesellschaft für Deutsch-Südwestafrika Anteilschein 200 Mark, Nr. 7800 Hamburg, 1.8.1893

Los Nr. 228
Schätzpreis: 750,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR
Hanseatische Land-, Minen- und Handelsgesellschaft für Deutsch-Südwestafrika
Anteilschein 200 Mark, Nr. 7800
Hamburg, 1.8.1893
Gründerstück, Auflage 1.000 (R 7). Gegründet am 19.5.1893 als Deutsche Kolonial-Gesellschaft mit einem Kapital von 2,61 Mio. Mark. Zweck: In Deutsch-Südwestafrika die Ansiedlung, den Bodenbau und den Bergbau und sonstige Zwecke der wirtschaftlichen Tätigkeit und des Handels zu entwickeln und zu fördern. Gründer waren der berühmte Kaufmann und Kunstmäzen Ludwig Theodor Balduin von Lilienthal aus Elberfeld und die bedeutende deutsch-britische South West Africa Company. Von den Anteilscheinen erhielten L. von Lilenthal 5.000 und die South West Africa Company 6.000 Stück als voll eingezahlt geltende Anteile wegen des Einbringens ihrer Rechte. Die Rechte betrafen die Konzessionen eines Khauas-Häuptlings, die Konzessionen auf dem Gebiet der Rehobother Bastards (eine Volksgruppe in Namibia) und die sog. Damaraland-Konzession mit eingeräumten Eisenbahnrechten auf dem Gebiet der Rehobother Bastards. Noch im Gründungsjahr erhielt die Ges. die kaiserliche Konzession auf die Dauer von 25 Jahren in den Gebieten der Rehobother Bastards und der Khauas-Hottentotten das ausschließliche Recht zur Gewinnung und Bearbeitung von Mineralien aller Art. Am 25.5.1899 verließ eine gut vorbereitete Expedition unter Führung des Königl. Preußischen Bergmeisters Eichmeyer Hamburg. Die Untersuchungsergebnisse zu dem bisher unerforschten Konzessionsgebietes wurden im März 1900 veröffentlicht. Es wurden zwar Gold- und Kupfererzvorkommen entdeckt, doch ein ein wirtschaftlicher Abbau müßte durch eine weitere Expedition untersucht werden. Die weitere Entwicklung dieser Kolonialgesellschaft müßte noch erforscht werden, vor allem im Bezug auf den Herero-Aufstand, am 11.1.1904 in Namibia ausgebrochen. Die Woermann-Dampfschiffe transportierten 15.000 Soldaten aus dem Deutschen Reich, die einen Völkermord zu verantworten hatten. Adolph Woermann ging aus diesem Krieg als ein berüchtigter Kriegsgewinnler hervor. Mit gedruckter Unterschrift des bedeutenden Hamburger Übersee-Kaufmanns, Reederes und Politikers Adolph Woermann als Vorsitzender der Kolonialgesellschaft. Woermann (1847-1911) war zu dieser Zeit der größte deutsche Westafrika-Kaufmann und mit der Woermann-Linie der größte Privatreeder der Welt. 1907 fusionierte die Woermann-Linie mit der HAPAG, damals größte Reederei des Reichs. Maße: 6,7 x 10,8 cm. Kleinformatiges Papier, erstmals von mir angeboten.

Kamerun-Eisenbahn-Gesellschaft Anteil B 100 Mark, Nr. 71997 Berlin, 1.3.1907

Los Nr. 260
Schätzpreis: 2.500,00 EUR
Startpreis: 1.000,00 EUR
Kamerun-Eisenbahn-Gesellschaft
Anteil B über 100 Mark, Nr. 71997
Berlin, 1.3.1907
Auflage nicht mehr zu ermitteln (R 9). Gründung 1906 zum Bau der heute noch in Betrieb befindlichen 155 km langen Eisenbahn von der Hafenstadt Douala zum Manengubagebirge, außerdem umfangreiche Pflanzungen in Kamerun (später in Portugiesisch-Guinea). Die Finanzierung beruhte teilweise auf einer Zinsgarantie des Deutschen Reiches. Die erste Teilstrecke ging 1909 in Betrieb, 1911 die Strecke insgesamt. Bau und Betrieb lagen bei der Deutschen Kolonial-Eisenbahn Bau- und Betriebsgesellschaft. Börsennotiz Berlin und Hamburg. In den 1970er Jahren erlebte die ohne Aktivgeschäft vor sich hindämmernde Kolonialgesellschaft eine spektakuläre Scheinblüte: die noch vorhandene Börsennotiz lockte einen gewissen Herrn Wagner, sein Computer-Geschäft in die Firma einzubringen. Einige Zeit Top-Liebling der Anleger, wurde es dann doch eine Pleite. Äußerst dekorativ mit Farbigem, der Getreide erntet und auf die Eisenbahn hinunter sieht. Faksimile-Unterschrift Fürstenberg. Rückseitig Auszüge aus der Satzung. Gedruckt bei G&D.  Maße: 35,5 x 25,2 cm. Unentwertet, mit beiliegenden Restkupons. Finanzgeschichtlich hochinteressant!

Atlantic Pacific RR, Aktie von 1875

Los Nr. 587
Schätzpreis: 2.500,00 EUR
Startpreis: 1.250,00 EUR
Atlantic & Pacific Railroad Company
100 shares à 100 $, Nr. C 3770
New York, 6.5.1875 
Missouri Division Preferred Stock. 1853 gegründet mit einem für die damalige Zeit eigentlich unvorstellbaren Kapital von 100 Mio. $. Gebaut wurden anfangs nur zwei kleine Strecken: von Franklin (später Pacific) nach Dillon (71 Meilen, fertig 1860) und Rolla (6 Meilen, fertig 1861). Neu konzessioniert 1866 durch einen “Act of Congress” für den Bau einer 2.000 Meilen langen Bahn von Springfield, Missouri zum Pazifik parallel zum 35. Breitengrad. Die US-Bundesregierung unterstützte den Bahnbau mit umfangreichen Landschenkungen unter der Bedingung, daß die Bahn bis 1878 fertig sein sollte. Fertiggestellt wurde im Osten der Abschnitt von St. Louis, Mo. nach Tulsa, Okla. und im Westen eine Strecke von Albuquerque, New Mexico nach Südkalifornien. Das dazwischenliegende Stück wurde nie vollendet. 1897 in der St. Louis & San Francisco Railway (Central Division) bzw. der Santa Fe Pacific Railway (Western Division) aufgegangen, die am Ende wieder gemeinsam bei der Burlington Northern Santa Fe landeten. Großartige und riesige, 17 cm breite Vignette mit links im Bild der San Francisco Bay und rechts im Bild dem Mississippi, in der Mitte die Rocky Mountains, dazwischen fährt eine Eisenbahn. Maße: 19 x 29,6 cm. Unentwertet. Ein Unikat aus einer uralten US-Sammlung!

Mobile & Girard Railroad 2 shares à 100 $ 24.3.1887, Nr. 492 Girard, Alabama, 24.03.1887

Los Nr. 804
Schätzpreis: 1.500,00 EUR
Startpreis: 750,00 EUR
Mobile & Girard Railroad Company
2 shares à 100 $, Nr. 492
Girard, Alabama, 24.3.1887
1852 räumte die US-Bundesregierung dem Staat Alabama das Wegerecht auf bundeseigenem Land ein zum Bau einer 228 Meilen langen Eisenbahn von Girard, Ala. (gegenüber von Columbus, Ga. am Chattahoochee River, der hier die Grenze zwischen den Staaten Alabama und Georgia bildet). Der Bahnbau begann 1854, noch im gleichen Jahr fuhren auf dem 9 Meilen langen Teilstück bis Fort Mitchell die ersten Züge. Bis 1870 gingen weitere Abschnitte nach Guerriton, Union Springs, Troy, Goshen und schließlich Andalusia in Betrieb. Bereits 1857 kamen erste Zweifel an Mobile, Ala. als Endziel auf, da der Bau bis dahin viermal so viel kosten würde wie eine Bahn zum ebenfalls am Golf von Mexico gelegenen Pensacola. Zudem hatte die Stadt Mobile auf die von ihr gezeichneten Aktien nie auch nur einen cent eingezahlt. Die Frage wurde 1879 entschieden, als die Central of Georgia RR nach Alabama expandierte mit dem Kauf der Montgomery & Eufaula RR und später auch der Mobile & Girard RR. 1963 ging die Central of Georgia in der Southern Ry. auf, die 1982 weiter zur Norfolk & Southern fusionierte. Ab 1986 wurde die alte Mobile & Girard-Strecke dann schrittweise stillgelegt. Herrliche Lithographie ganz in königsblau, 15 cm breite Vignette mit zwei sich begegnenden Personenzügen, im Hintergrund der an Girard vorbeifließende Chattahoochee River. Maße: 18 x 27,7 cm. Einzelstück aus einer uralten US-Sammlung!

Nashville, Chattanooga & St. Louis Railway 100 shares à 25 $, Nr. 4641 Nashville, Tenn., 30.12.1880

Los Nr. 812 
Schätzpreis: 1.500,00 EUR
Startpreis: 1.000,00 EUR
Nashville, Chattanooga & St. Louis Railway Company
100 shares à 25 $, Nr. 4641
Nashville, Tenn., 30.12.1880
Eine der ältesten und langlebigsten Eisenbahngesellschaften der USA überhaupt. Gegründet bereits 1845 als “Nashville & Chattanooga RR”,
1873 Umfirmierung wie oben. Im Sezessionskrieg galt die Eisenbahn als die Lebensader des konföderierten Nachschubs. Das Streckennetz in den Staaten Tennessee, Georgia, Alabama und Kentucky umfaßte zuletzt über
1.100 Meilen mit der Hauptstrecke Memphis-Nashville-Chattanooga- Atlanta und neun davon abzweigenden Zweigbahnen. 1957 durch Aktientausch in der Louisville & Nashville-RR-Group aufgegangen, die schon seit langem mit mehr als 75 % Großaktionär war. Heute CSX Transportation. Besonders große Vignette mit Personenzug und Bahnhof, dazu das Portrait des damaligen Bahnpräsidenten. Maße: 17,4 x 26,4 cm.
Unentwertet. Diese frühere Variante war noch nie auf einer Auktion.
Einzelstück aus einer uralten US-Sammlung. Nur ein einziges weiteres (allerdings ganz abscheulich erhaltenes) Stück ist bei COX katalogisiert.

Peach Bottom Railway 1 share à 50 $, Nr. 5 Pennsylvania, 15.7.1873

Los Nr. 868
Schätzpreis: 1.850,00 EUR
Startpreis: 1.000,00 EUR
Peach Bottom Railway Company
1 share à 50 $, Nr. 5
Pennsylvania, 15.7.1873
Eine eher unbedeutende Bahn mit trotzdem höchst interessanter Geschichte, schon weil es die erste Schmalspurbahn im Staat Pennsylvania war. Erste Pläne gab es bereits um 1860, und im Herbst 1861 marschierte der 24-jährige William H. Brown („Billie Brown“) los, ohne überhaupt dafür bezahlt zu werden, und steckte auf 20 Meilen Länge die mögliche Streckenführung von Oxford im Chester County nach Pine Grove am Octoraro Creek ab. „Billie Brown“ hatte dabei Großes im Auge und dachte sich die Strecke als Teil einer bedeutenden Ost-West-Verbindung von Wilmington, Del. bis zum Mississippi – doch im bald darauf beginnenden amerikanischen Bürgerkrieg gingen diese Pläne unter. Sie zeigten aber, was in William H. Brown steckte: Später arbeitete er 44 Jahre für die Pennsylvania RR, davon 32 Jahre als deren Chefingenieur; er verantwortete hunderte von Bauvorhaben, darunter mit der 1902 fertiggestellten Rockville Bridge über den Susquehanna River die bis heute längste Steinbogenbrücke der Welt; es ist nicht übertrieben zu sagen, daß u.a. er die PRR zu dem machte was sie dann war. Aber zurück zu unserer Lokalbahn: Die schließlich 1868 konzessionierte Peach Bottom Railway ging im Herbst 1873 in Betrieb. Sie war das magere Ergebnis der viel hochfliegenderen Pläne für eine „Wilmington & Western“, die zwischen den Hauptstrecken der Pennsylvania RR und der 50 Meilen südlich verlaufenden Baltimore & Ohio die fruchtbaren Chester, Lancaster, York und Adams Counties und die Wälder und Kohlevorkommen in Zentral-Pennsylvania erschließen sollte. Im Sept. 1881 war die Bahn zum ersten Mal pleite und wurde als „Railroad“ reorganisiert. 1890 folgte die nächste Pleite, danach Reorganisation als Lancaster, Oxford & Southern RR. Für diese Bahn interessierte sich nie einer der großen Konzerne, es war und blieb immer eine Bahn der kleinen Leute, in der die Streckenanrainer im Laufe der Jahrzehnte mit zwei Konkursen eine 1/2 Mio. Dollar „versenkt“ hatten. So ist es fast eine Ironie der Geschichte, daß nach Betriebsstilllegung 1918 und Versteigerung von allem, was nicht niet- und nagelfest war, die letzten Aktionäre auf 100 $ Aktiennennwert 250 $ herausbekamen. Zwei tolle Holzstich-Vignetten: Landschaftspanorama der von der Bahn durchfahrenen Gegend, Personenzug. Maße: 19,3 x 28,6 cm. Unentwertet. Aktien der in der Reorganisation 1881 entstandenen „Peach Bottom Railroad“ sind zwar auch extrem selten, wurden bei uns aber gelegentlich schon angeboten. Dieses Stück der vorhergehenden „Railway“ ist dagegen ein Unikat. Rarität aus einer uralten US-Sammlung!

Union Pacific Railroad 75 shares à 100 $ 29.3.1916

Los Nr. 963
Schätzpreis: 3.000,00 EUR
Startpreis: 1.500,00 EUR
Union Pacific Railroad Company
75 shares à 100 $, Nr. A 171227
Utah, 29.3.1916
Ausgestellt auf Hannah Jeanette Thompson. Die Dame muß in jungen Jahren schon vermögend und zugleich von ausgezeichneter Gesundheit gewesen sein: Noch 1969 wurde ihr im Austausch gegen dieses Aktienzertifikat ein neues ausgestellt! Die Union Pacific Railroad wurde auf Beschluss des US-Kongresses am 1. Juli 1862 als U.S. Military Railroad gegründet, um den Westen der USA zu erschließen. Sie erhielt dafür rund 12 Millionen Acre Land und Staatsanleihen in Höhe von 27 Millionen US-Dollar. Die ersten Gleise wurden 1865 in Omaha im Bundesstaat Nebraska verlegt, dabei wurde der heutige Name Union Pacific RR angenommen. Noch heute hat die UP ihren Sitz in Omaha. Das Streckennetz erstreckt sich von der Pazifikküste bis nach Chicago und New Orleans über den gesamten Westen der USA. Toller braun/schwarzer ABNC-Stahlstich, Vignette mit Wappenadler auf US-Fahne. Maße: 20,4 x 30,3 cm. Die älteste jemals angebotene UP-Aktie, eine absolute Rarität (Einzelstück aus einer uralten US-Sammlung)!

70. Auktion am 2.12.2019

Der Auktionskatalog ist online als Blätterkatalog  (Flipbook/e-Katalog/Virtual Catalog).
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Actien-Gesellschaft Erholung zu Viersen Actie Lit. A über 150 Mark Viersen, von 1877

Actien-Gesellschaft Erholung zu Viersen
Actie Lit. A über 150 Mark
Viersen, von 1877
Schätzpreis: 1.250 Euro
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AG für Ofen-Fabrikation vormals Gust. Dankberg
Interims-Schein über 200 Thaler
Berlin, 5.9.1872
Schätzpreis: 3.000,- Euro
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Berliner Cichorien-Fabrik AG Actie über 100 Thaler Berlin, 16.9.1871 Schätzpreis: 5.000 Euro Gründeraktie

Berliner Cichorien-Fabrik AG
Actie über 100 Thaler
Berlin, 16.9.1871
Schätzpreis: 5.000 Euro
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Bonner Renn-Verein, Bonn, Aktie von 1846

Bonner Renn-Verein
Aktie, eingetragen auf Seine Königliche Hoheit Prinz Friedrich Karl von Preußen (ab 1870 Feldmarschall)
Bonn, von 1846
Schätzpreis: 5.000 Euro
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 Deutsche Dampfschifffahrts-Gesellschaft Hansa, Schuldverschreibung über 1.000 Mark Bremen, 1.10.1888, UNIKAT

Deutsche Dampfschifffahrts-Gesellschaft Hansa
4 % Schuldverschreibung Lit. B über 1.000 Mark
Bremen, 1.10.1888
Schätzpreis: 2.500,- Euro
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Gewerkschaft Irmgard - Anleihe über 500 Mark, Berlin von 1911, Unikat, Schätzpreis: 1.000,- Euro

Gewerkschaft Irmgard
5 % Teilschuldverschreibung Lit. B. über 500 Mark
Berlin, im November 1911
Schätzpreis: 1.000,- Euro
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Harzer Union AG für Bergbau und Hüttenbetrieb - Gründeraktie über 200 Taler von 1873

Harzer Union AG für Bergbau und Hüttenbetrieb
Actie über 200 Thaler
Hannover, 1.1.1873
Schätzpreis: 3.000,- Euro
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New Mercantile Exchange, Cape Town, Cape of Good Hope, Aktie von 1822 - Schätzpreis: 1.000,- Euro

New Mercantile Exchange
1 Share
Cape Town, Cape of Good Hope, 1.9.1822
Schätzpreis: 1.000,- Euro
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SAXONIA Eisenwerke und Eisenbahnbedarf-Fabrik Prioritäts-Stammactie über 500 Mark Radeberg, 30.6.1880 Schätzpreis: 7.500 Euro

SAXONIA Eisenwerke und Eisenbahnbedarf-Fabrik
Prioritäts-Stammactie über 500 Mark
Radeberg, 30.6.1880
Schätzpreis: 7.500 Euro
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(Zarskoje Selo-Eisenbahngesellschaft) Aktie über 60 Rubel St. Petersburg, 31.12.1853 Schätzpreis: 50.000 Euro

Société du Chemin de Fer de Zarsko-Selo
(Zarskoje Selo-Eisenbahngesellschaft)
Aktie über 60 Rubel
St. Petersburg, 31.12.1853
Schätzpreis: 35.000 Euro – 50.000 Euro
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Stuttgarter Gypsgeschäft, Stuttgart, Aktie über 100 Thaler von.1873, Gründeraktie, Auflage 600

Stuttgarter Gypsgeschäft
Actie über 100 Thaler
Stuttgart, 16.5.1873
Schätzpreis: 1.800,- Euro
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Thüringer Gasgesellschaft
Prioritäts-Stammactie über 100 Thaler = 300 Mark
Leipzig, 28.4.1874
Schätzpreis: 1.000 Euro
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Katalog der 68. Auktion ist online

Gutowski stellt vor: Auktion Historischer Wertpapiere am 19. November 2018Meine nächste Auktion Historischer Wertpapiere findet am 19. November 2018 statt.

1058 Auktionslose suchen einen neuen Besitzer, dabei viele hochkarätige Raritäten, etliche bisher unbekannte Papiere, auch Unikate.

Meine Kunden werden den Auktionskatalog Ende der dritten Oktober-Woche in ihren Briefkästen finden, online ist er bereits jetzt zu blättern: bitte ⇒hier klicken.

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Einblicke

Meine nächste Auktion Historischer Wertpapiere findet am 19. November 2018 statt.

Über 1000 Lose suchen einen neuen Besitzer, dabei viele hochkarätige Raritäten, etliche bisher unbekannte Papiere, auch Unikate.

Besonders interessant: drei Kuxscheine der Gewerkschaft Himmelsfürst Fundgrube hinter Erbisdorf .

Das Silberbergwerk Himmelsfürst Fundgrube im Südwesten des Freiberger Reviers, westlich der Stadt Brand-Erbisdorf gelegen, war das ertragreichste und bekannteste sächsische Erzbergwerk. Die 1572 verliehene Grube Himmelsfürst war für ihre Vorkommen von reinem Silber bekannt. Außerdem wurden hier Blei und Zink gefördert. Bereits vor 1800 betrieb die Grube Tiefbau unterhalb der Stollnsohle. Das Wasser wurde mit einem Kunstgezeug auf die Stollnsohle gehoben.
Bis 1885 erbrachte Himmelsfürst ununterbrochen Ausbeute, insgesamt wurden hier 650 t Silber gefördert. 1749 wurde ein 68 kg schweres Erzstück von reinem Silber im Wert von 2.500 Talern gefunden. Bereits ein Jahr später wurde ein Silberbrocken mit einem Gewicht von 141 kg aufgetan (Wert 4.840 Taler). Solch spektakuläre Funde haben sich mehrmals im Himmelsfürst ereignet. Bereits nach 1800 war die Himmelsfürst Fundgrube das bedeutendste sächsische Silberbergwerk überhaupt. Dank guter Ertragslage war die Grube Himmelsfürst imstande die benachbarten Gruben aufzukaufen und stieg so zu einem großen Unternehmen mit 1770 Bergleuten auf (1885). Zusammen mit der Grube Himmelfahrt produzierte Himmelsfürst alleine 1902 12.000 kg Silber und 17.000 Doppelzentner Blei. Nach dem 2. Weltkrieg führte die SAG Wismut in der Grube Himmelsfürst Erkundungsarbeiten auf Uranerz durch, allerdings ergebnislos. Danach wurde Himmelsfürst von dem VEB Bergbau- und Hüttenkombinat “Albert Funk” in Freiberg übernommen. Das Betriebsende war am 30.9.1969.
Die Grube Himmelsfürst ist auch als Typlokalität (erster Fundort) berühmt geworden. 1886 entdeckte hier Clemens Winkler, ein Chemiker an der Bergakademie Freiberg, das bisher unbekannte Mineral Argyrodit und ein bereits 1871 von Dmitri Mendelejew in seinem Periodensystem vermutete Element (Germanium). In der Grube Himmelsfürst wurden auch die Silberminerale Freieslebenit (1783, 1817), Xanthokon (1797) und das Molybdänsulfid Jordisit (1909) gefunden. Insgesamt fand man in der Grube Himmelsfürst bis heute an die 100 Minerale, darunter Silberminerale Akanthit und Chlorargyrit, die Bleiminerale Galenit und Cerussit, die Zinkminerale Sphalerit und Wurtzit sowie die Schmucksteine Malachit, Opal und Rhodochrosit.

Kuxschein der Grube Himmelsfürst aus dem Jahr 1863, eingetragen auf den König Johann von Sachsen
Kuxschein aus dem Jahr 1863, eingetragen auf den König Johann von Sachsen. Unikat. Museal.

Fürst Johann von Sachsen (1801-1873), vollständiger Name Johann Nepomuk Maria Joseph Anton Xaver Vincenz Aloys Franz de Paula Stanislaus Bernhard Paul Felix Damasus, ab 1854 König von Sachsen. Als König reformierte er bereits 1855 die Justiz, belebte die Wirtschaft dank Erweiterung des Eisenbahnnetzes und Einführung der Gewerbefreiheit. Unter seiner Herrschaft wandelte sich Sachsen zu einem der modernsten deutschen Teilstaaten. Unter dem Einfluss seines Ministers Friedrich Ferdinand von Beust setzte er sich für die Großdeutsche Lösung der Reichseinigung ein. Das Königreich Sachsen kämpfte deshalb 1866 im Deutschen Krieg an der Seite Österreichs.

Kuxschein der Grube Himmelsfürst aus dem Jahr 1874, eingetragen auf den König Albert von Sachsen

Kuxschein aus dem Jahr 1874, eingetragen auf den König Albert von Sachsen, geerbt von seinem Vater Johann (siehe das Stück darüber). Unikat. Museal.

König Albert von Sachsen (1828-1902), vollständiger Name Friedrich August Albert Anton Ferdinand Joseph Karl Maria Baptist Nepomuk Wilhelm Xaver Georg Fidelis von Sachsen. Sohn des Königs Johann von Sachsen. Albert besuchte nach Ablegung der Reifeprüfung 1845 die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, wo er unter anderem mit Friedrich von Baden zusammentraf und Rechts- und Staatswissenschaften studierte. Der Beginn des Schleswig-Holsteinischen Kriegs war auch der Beginn Alberts militärischer Laufbahn. Er nahm als Hauptmann am Krieg gegen Dänemark teil und zeichnete sich bereits 1849 beim Sturm auf die Düppeler Schanzen aus. „Er erhielt 1851 als Oberst und bald als Generalmajor die Führung einer Infanteriebrigade, einige Jahre später die einer Division und wurde dann Kommandeur der gesamten Infanterie.“ Durch den Tod von König Friedrich August II. im Jahr 1854 bekam Albert den Status des Kronprinzen und wurde verstärkt politisch aktiv. Als Kronprinz übernahm Albert mit dem Friedensschluss 1866 das Kommando über das XII. (I. Königlich Sächsische) Armee-Korps. Albert wurde 1871 durch Wilhelm I. zum ersten nicht-preußischen Generalfeldmarschall ernannt. Nach dem Tod seines Vaters am 29. Oktober 1873 wurde Albert König von Sachsen. Er führte die Einordnung Sachsens in das von Preußen geführte Deutsche Reich fort. Unter seine Regierungszeit fallen unter anderem die Verbesserung der Armenpflege und eine umfassende Reform des Steuerwesens 1878 sowie 1887 die Verlegung der sächsischen Staatsmünze von Dresden nach Muldenhütten, was wohl auch mit der Modernisierung der Grube Himmelsfürst im Zusammenhang stand.

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